Monatsgedanken November 2021

Flexibilität ist gefragt wie nie.....
Pfr. G. Hemmeler,
Flexibilität

Ein berührender Gottesdienst war es – der ökumenisch gestaltete Erntedank-Gottesdienst auf dem Schulhausareal der Sekundarschule. Für anfangs Oktober war das Wetter auch noch recht mild, der Hinweis im Kirchenzettel vom „Anzeiger“, wer leicht friert, solle doch eine Decke mit nehmen, war kaum befolgt worden, weil es nicht nötig war. Die ganze Feier stand unter dem Motto „So etwas esse ich nicht…“ – und wer wüsste das nicht selber gut: Jeder und jede von uns hat so seine oder ihre Lieblingsspeisen und kennt aber auch Nahrungsmittel, denen man eher aus dem Weg geht. Ich erinnere mich noch gut daran, dass meine Mutter während meiner Kindheit uns manchmal Kalbshirn gekocht hat – das habe ich seit Jahren nicht mehr gegessen, und ist auch wegen der BSE-Krankheit heutzutage recht verpönt – und mir ist das recht, denn gemocht habe ich dieses Essen nicht. Aber die Stossrichtung des Gottesdienstes war klar: Das eigene heikle Verhalten auch mal zu überprüfen und generell den grossen Wert der Nahrung neu zu entdecken. All das Gesagte rückte für mich dennoch in den Hintergrund, die grosse versammelte Gottesdienstgemeinde, in der alle willkommen waren, machte für mich etwas anderes deutlich: Dieser schöne Gottesdienst ohne Zertifikatspflicht war nur möglich gewesen, weil er „draussen“ stattfand! Sonst gilt ja bei den Gottesdiensten ab 50 Personen die Zertifikatspflicht – und das schliesst nun einmal bestimmte Personen einfach aus. Und das ist wirklich tragisch, bei Gottesdiensten Menschen fort zu schicken! In der kälteren Jahreszeit Gottesdienste draussen zu feiern ist nur selten eine Option – aber vielleicht vermehrt in einem zum Teil offenen Zelt, Schopf oder Stall? Ich denke: Mehr und mehr ist in dieser Pandemiezeit eine gewisse Flexibilität gefragt!

Das jedenfalls meint Ihr Pfr. G. Hemmeler
Bereitgestellt: 26.10.2021     Besuche: 29 Monat
 
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