Monatsgedanken Oktober 2019

Waldgottesdienst 2019<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-altnau.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1</div><div class='bid' style='display:none;'>1444</div><div class='usr' style='display:none;'>2</div>

Taufen im See
Pfr. G. Hemmeler,
Ich weiss, jeder und jede hat einen anderen Geschmack für das, was schön und schicklich ist. Ich jedenfalls habe am 4. August etwas erlebt, was mich sehr beglückt hat. Am Schluss vom Gottesdienst beim Campingplatz Ruderbaum, auf der Wiese neben dem Restaurant Schiff in Altnau, durfte ich eine junge Frau und deren neunjährigen Sohn im See taufen. Das Prozedere war nicht kompliziert: Beim Gelände neben dem Restaurant verläuft eine flache Rampe direkt in den See. Auf der gingen wir – Monika Fuchs, die junge Frau und ihr Sohn, sowie der Vater des Buben in den See. Am Ende standen wir an dem strahlenden Sonntag alle bis zur Hüfte im nicht allzu kalten Wasser. Zuerst wurde unter dem Mitwirken unserer Jugenddiakonin die junge Frau durch ein dreimaliges Untertauchen getauft, und danach ebenso ihr Sohn, unter dem Mitwirken seines Vaters. Bei dieser Handlung ging mir vieles durch den Kopf: So ungewöhnlich diese Taufen waren, sie entsprachen dem Wunsch der Täuflinge; und diese Art der Taufen gleichen wohl viel eher den Taufen, wie sie früher die ersten Christen erlebten; Johannes der Täufer taufte im Jordan, und die ersten Kirchgemeinden kannten keine Taufsteine und auch keine Tauf-
schalen, aber dafür durchaus gemauerte Taufbecken. Vor vielen Jahren erlebte ich solch eine „Seetaufe“ schon einmal. Einziger Unterschied: Die junge Frau damals wünschte sich ihre Taufe in einem kleinen Bergsee. Für die Taufen jetzt hatte ich mir extra ältere Hosen und ältere Schuhe angezogen, mit der Überlegung, die dann später wegzuschmeissen. Das war aber gar nicht nötig – sie überlebten nämlich den Seegang! Für mich ein Symbol: Wir erfahren unsere Rituale unterschiedlich. Hauptsache ist nur, dass sie würdig und echt sind, im eigentlichen Sinne „gottgefällig“, und dass Gottes Beistand auch hält.

Das jedenfalls meint Ihr Pfarrer G. Hemmeler
Bereitgestellt: 26.09.2019     Besuche: 74 Monat
 
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