Frauezmorge am 18.01.2018

Seniorentreffen<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenweb.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>18</div><div class='bid' style='display:none;'>425</div><div class='usr' style='display:none;'>24</div>

Thema: Erfülltes Leben trotz unerfüllter Wünsche"
Friederike Z├╝llig
fzn. Ein geplatzter Lebenstraum, anders erwartetes Verhalten, das falsche Geschenk – es gibt viele Momente im Leben, in denen man feststellen muss, dass sich Wünsche nicht erfüllen. Aus diesem Grund haben die evangelischen und katholischen Kirchgemeinden Altnau und Güttingen Christa Bauer als Referentin für den Frauezmorge vom 18. Januar eingeladen.

Christa Bauer erklärte den fünfzig anwesenden Frauen, dass sie nicht nach Altnau gekommen sei, weil sie es im Griff habe, mit unerfüllten Wünschen umzugehen, sondern weil sie schon viele Jahre mit diesem Thema unterwegs sei und weitergeben könne, welche Punkte ihr weitergeholfen haben.
Vor allem unterstrich sie gleich zu Beginn des Morgens, dass Enttäuschungen normal und eigentlich zu erwarten sind. Trotzdem steht auch dann einem erfüllten Leben nichts im Weg.

Wenn Erwartungen nicht erfüllt werden

In ihrer Arbeit beim Hilfswerk TearFund, das für Christa Bauer Beruf und Berufung ist, erlebte sie eine tiefe Enttäuschung. Erfüllt von ihrem Engagement wollte sie ihrem Mann auf einer Reise in den Südsudan zeigen, wo ihre Wirkungsstätte ist und wie wichtig die Arbeit dort ist. Ihr Mann zeigte
jedoch die erwartete Begeisterung nicht, sondern quälte sich mit Nebenwirkungen der Malaria-Tabletten und sehnte den Tag der Heimkehr herbei. Für Christa Bauer brach anfangs eine Welt zusammen und trotzdem wurde ihr schnell klar, dass sie die Situation so annehmen und akzeptieren muss, wie sie ist. In einem zweiten Schritt suchte sie nach Lösungen und einem Weg, mit der Situation umzugehen. Indem sie aus der Opferrolle schlüpfte und selber die Verantwortung für ihr
Glück in die Hand nahm, gelang ihr die Erkenntnis, dass sie nicht alles mit ihrem Mann teilen kann, aber dafür das viele Gemeinsame und Funktionierende umso mehr geniesst. Ein Zettel im Hosensack kann helfen Mit eindrücklichen Zitaten untermalte Christa Bauer ihre Ausführungen und wies darauf hin, dass auch diese einem in schwierigen Zeiten eine grosse Hilfe und Stütze sein können. «Schreiben Sie sich ein Ihnen wichtiges Zitat auf einen Zettel und nehmen Sie diesen in den Hosensack. Sie werden staunen, wie oft Ihnen dieser Zettel im Alltag helfen wird und Ihnen aufzeigt, worauf Sie sich konzentrieren möchten», verrriet sie den anwesenden Frauen aus ihrer eigenen Trickkiste. Die Erkenntnis, dass alle Menschen Leid zu tragen haben, soll kein Trost sein, sondern aufzeigen, dass die Einstellung zu dieser Tatsache entscheidend ist. Will ich die Verliererin
sein oder stehe ich auf und schaffe es? Bücher über Menschen, die vor schwierigen Situationen standen, oder Vorbilder sind ebenfalls grosse Hilfen in schwierigen Zeiten. Als Beispiel führte die Referentin Gerald Sittser an, der bei einem Autounfall seine Mutter, seine Frau und seine Tochter
verloren hat. Er schrieb in einem seiner Bücher den Satz: «Wir besitzen nicht immer die Freiheit zu entscheiden, welche Rolle wir im Leben spielen werden, aber wir können darüber bestimmen, wie wir die Rolle, die uns zugewiesen wird, spielen werden. Wir können am Leid wachsen oder kleiner
dadurch werden.»

Bitterkeit macht krank

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem erfüllten Leben ist die Versöhnung. Die Versöhnung damit, wie etwas abgelaufen ist, und die Versöhnung mit Menschen. Die Redewendung
«jemandem etwas nachtragen» zeigt für Christa Bauer ein ganz klares, belastendes Bild auf: «Das ist unglaublich anstrengend und kräfteraubend, wenn man immer etwas mit sich herumschleppt und es nachtragen muss.» Findet eine Versöhnung statt, ist die Erinnerung noch da, dass etwas passiert
ist, aber es hat keine negative Kraft mehr.

Niemand ist allein

Mit dem vierten und letzten Punkt, sich Gott anzuvertrauen, schloss Christa Bauer ihr Referat ab. Sie verwies auf das Leid, das Jesus erdulden musste und erzählte, wie sie in einer schwierigen Lebensphase erfahren hat, dass Gott stets mit ihr ist. Zu den Klängen des Stücks «You raise me up» konnten die BesucherInnen des Frauezmorge sich die ermutigenden Worte noch einmal durch den Kopf gehen lassen.

Am Freitag, 16. März ist Monica Kunz im Martinshaus zu Gast. Sie wird in ihrem Referat «Spielball oder Herrin meiner Gefühle» erzählen, wie man bewusst mit den eigenen Gefühlen
und denen von anderen Menschen umgeht.
Autor: Manuela Henry     Bereitgestellt: 15.01.2018    
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch